Veranstaltungsreihe zur Krise in BS

Wirtschaftskrise: Individuelles Versagen oder System Error ?

Die Krise ist da. Kaum ein Tag vergeht, an dem nicht verkündet wird, dass Banken und Unternehmen in Zahlungsschwierigkeiten geraten sind und vom Staat gerettet werden wollen. Was als Bankenkrise aufgrund fauler Kredite und dem platzender Immobilienblase in den USA, Großbritannien und Spanien begann, hat sich zur globalen Wirtschaftskrise entwickelt. Nicht nur der Finanzmarkt sondern auch die sogenannte Realwirtschaft ist aus den Fugen geraten. Volkswirtschaften stehen vor einem entscheidenden Einschnitt und ihr nationaler Wohlstand scheint in Gefahr. Von den ökonomisch starken Staaten wie den Mitgielgsstaaten der EU und der USA bis hin zu den aufstrebenden asiatischen Mächten wird ein negatives Wirtschaftswachstum für das Jahr 2009 und damit einhergehend Massenentlassungen prognostiziert. Die Politik reagiert in der Krise kopflos: Während in den letzten Jahrzehnten die Marktwirtschaft, befreit von staatlicher Regulierung, als Erfolgsmodell verkauft wurde, werden jetzt die Verluste durch Bürgschaften und Finanzspritzen des Staates an die Wirtschaft sozialisiert. Über die Ursachen der Krise und ihre Folgen findet sich wenig in den Medien. Waren es Anfangs noch einige Manager, die die Verantwortung dafür tragen sollten, ist es in letzter Zeit still um die Frage nach den Ursachen der Krise geworden. Dass personalisierende Zuschreibungen die Krise und ihre Ursachen nicht erklären können, ist bei gesundem Menschenverstand so offensichtlich, wie das Debattieren über missratende Wirtschaftsethik knapp daneben.
Die Zeit, in der Mensch es sich leisten konnte, sich keine Gedanken über Politik und Wirtschaft zu machen, sind vorbei.Wir möchten einen Anfang machen, sich mit Gesellschaft und den Zusammenhang zwischen Ökonomie und Individuum neu zu beschäftigen. In zwei Veranstaltungen wollen wir uns den Ursachen der Krisen sowie ihren Folgen -ob wirtschaftlicher oder politischer Natur – zu wenden. Ihr seid herzlich eingeladen.

Ursachen der globalen Krise
Donnerstag, 29. Januar, 19.00 Uhr, Raum SN 19.1, mit Dr. Thomas Sablowski

In der Veranstaltung soll es um die konkreten historischen Entwicklungen gehen, die zur gegenwärtigen Krise führten. Sowohl die Zusammenhänge zwischen den globalen Finanzmärkten und der Erschütterung der Realwirtschaft als auch die Veränderungen der Ökonomie im Globalisierungsprozess werden dabei eine Rolle spielen. Zentrale Frage wird dabei sein, inwiefern die Krise aus den Strukturen der Marktwirtschaft oder eben ihren Störungen erwachsen ist.

Der Referent Dr. Thomas Sablowski ist Autor und als Soziologe an der Uni Frankfurt tätig.

Folgen der Krise und Motive der staatlichen Intervention
4. Februrar, 19.00 Uhr, SN 19.1, mit Privatdozent. Alex Demirovic

Welche Folge hat die Krise für die Gesellschaft ist die zentrale Frage für diese Veranstaltung.
Was bedeutet die wirtschaftliche Krise für die Menschen? Wer bezahlt die Kosten der staatlichen Rettungsmaßnahmen und wer oder was wird da gerettet? Wer gewinnt, wer verliert in der Krise? Und was bedeutet die Krise für die Marktwirtschaft und die Perspektive der Abschaffung sozialer Disparität?

Alex Demirovic ist Soziologe und Autor. Er ist im Moment als Gastproffessor an der TU Berlin tätig.

Veranstalter: AStA der TU BS unterstützt von Antifaschistische Gruppe BS (AGB), DGB-Jugend BS, Gewerkschaftliche Hochschulgruppe BS, HSG – Die Linke.BS, Initiative für einen Politikwechsel BS