TU Braunschweig beschäftigt Autor der „Neuen Rechten“

Pressemitteilung der Antifaschistischen Gruppe Braunschweig (A.G.B.)
- TU Braunschweig beschäftigt Autor der „Neuen Rechten“

Heute ist an der Technischen Universität Braunschweig ein Flugblatt einer Gruppe „Kritische und antifaschistische StudentInnen“ aufgetaucht, dass über den Privatdozenten Till Kinzel am Englischen Seminar aufklärt. So ist Kinzel nicht nur Autor unzähliger Artikel in verschiedenen rechtsextremen Publikationen („Junge Freiheit“, „Criticón“, „Sezession“, „Eigentümlich Frei“) sondern auch Buchautor (über den kolumbianischen Faschisten „Nicolás Gómez Dávila“) und Referent beim „Institut für Staatspolitik“.

„Auch in „Criticón“ veröffentlichte Kinzel bereits vor mehr als zehn Jahren. Ebenso in der wenig verbreiteten, marktradikalen und erklärtermaßen antiemanzipatorischen Zeitschrift „Eigentümlich Frei“. Neben antifeministischen Artikeln und Interviews (u.a. mit Peter Töpfer vom revisionistischen „Verlag der Freunde“, Gründer der holocaust-leugnenden Zeitschrift „Sleipnir“ und Kontaktmann zur Neonazi-Szene) schreibt Till Kinzel dort in erster Linie über das literarische Zeitgeschehen aus Sicht eines „Reaktionärs“.“

Sprecherin der Antifaschistischen Gruppe Braunschweig, Katja Blumenthau, dazu:

„Der Fall Kinzel ist geradezu ein Musterbeispiel für das Vorgehen der sog. „Neuen Rechten“. Getarnt hinter „Konservativismus“ und vermeintlich wissenschaftlichem Arbeiten wird versucht rechtsextreme Positionen pseudointellektuell aufzubereiten und zu verbreiten. So wird bspw. das „deutsche Volk“ nicht mehr durch „Rasse“ hergeleitet, sondern durch Sinnstiftungen wie Kultur, Identität und Tradition. Trotzdem bleibt der „Schutz der Volksgemeinschaft“ ein Ziel der „Neuen Rechten“. Auch die Ablehnung von Emanzipation und der Gleichheit aller Menschen, wie sie sich in den Schriften von Till Kinzel wiederfindet, spiegelt das sozialdarwinistische und rassistisch-biologistische Weltbild wieder. Gesellschaft ist demnach durch die „natürliche Rangordnung“ bestimmt und wird z.B. durch die Frauenbewegung oder Homosexualität zerstört.
Diesen autoritären Ideen gilt es Freiheit und Gleichheit aller Menschen entgegenzuhalten. Gesellschaft ist von Menschen gemacht und kann somit auch von ihnen verändert werden. Die auftretenden Erscheinungen sozialer Konstrukte als „Naturgegeben“ zu verklären, ist keine Option emanzipatorischen Denkens.

Wir schließen uns daher den Forderungen der „Kritischen und antifaschistischen StudentInnen“ an, Vertretern der „Neuen Rechten“ keinen Raum zu lassen – Reaktionäre Ideologien und ihre TrägerInnen angreifen!“

Antifaschistische Gruppe Braunschweig (A.G.B.)

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